Evangelische Kirchengemeinde Hülscheid-Heedfeld

  Die
  Kirchengemeinde
  und ihr(e)...









„In notwendigen Dingen: die Einheit. In fraglichen Dingen: die Freiheit. In allem: die Liebe.” (Augustinus)

Ein katholischer Pastor, der früher evangelisch war. Ein Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde, der früher katholischer Priester war. Und 2 Ehepaare, die konfessionsverbunden in ihrer Ehe leben und in ihren Gemeinden arbeiten – er evangelisch und Presbyter in Hülscheid – Heedfeld, sie katholisch und in Thomas Morus aktiv. Das waren die Teilnehmer an einer Talkrunde zum Thema: „Ich bin gerne evangelisch / katholisch, weil...” am 1. Juni im Gemeindehaus (siehe auch den Artikel zum Thema).

Und ich denke, allen geht noch ein Satz des Abends nach: Wir können nicht mehr in Zäunen denken – gemeint ist: In diesen furchtbaren Abgrenzungen, in denen keiner den anderen gelten lässt, sondern verletzt und sich abhebt und den anderen gar nicht sehen will.

2017 – Wir feiern 500 Jahre Reformation. Aber wir feiern es eben nicht als Lutherfest, mit dem wir den großen Reformator noch ein wenig höher heben und die katholischen Brüder und Schwestern übersehen.
Wir feiern dieses Jubiläum, weil wir uns erinnern wollen, was es heißt: Evangelisch zu sein. Oder katholisch. Wir feiern, obwohl wir daran leiden, dass wir nicht gemeinsam Abenfeiern, dass die katholische Kirche die evangelische Kirche nicht als Kirche anerkennt (so hat es Papst Benedikt scharf formuliert), obwohl Luther immer noch als Ketzer gilt (so einfach ist das Wort eines Papstes nicht zurück zu nehmen).







Wir feiern, weil überall in dieser Zerrissenheit Menschen aufeinander zu gehen und sich die Hand reichen und sagen: Schön, dass du da bist. Wir feiern, weil wir einander neu entdecken und gerade so unseren eigenen Glauben neu kennenlernen. Wir feiern, weil wir in aller Not dieser Welt ein Gespür bekommen für das, was Winfried Kretschmann (katholischer, grüner Ministerpräsident) so ausgedrückt hat: „...dass die Konfessionen einander eine große Bereicherung sein (könnten)...: die globale Weite der Katholiken, die biblische Tiefe der Protestanten, die spirituelle Höhe der Orthodoxen.”

Judentum – Christentum – Islam. Große Weltreligionen, von denen unsagbar viel Leid ausgegangen ist und ausgeht. Umso mehr sind wir im kleinen Bereich gefordert, Zäune abzubauen, aufeinander zuzugehen und zu entdecken: Schön, dass du da bist! Ich muss nicht alles verstehen, nicht alles mitmachen, nicht alles übernehmen. Aber vielleicht lerne ich den anderen erst einmal näher kennen – Anfänge sind gemacht! Gott sei Dank.

Ihre Pfarrerin

Doris Korte



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