Evangelische Kirchengemeinde Hülscheid-Heedfeld

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Besuch der Autobahn A45 – Lennetalbrücke in Hagen am 14. 9. 2018 des Männerkreises der evangelischen Kirchengemeinde Hülscheid – Heedfeld sowie Interessierten der ADAC—Ortsclubs Lüdenscheid und Schalksmühle

„A46: Die Schlagader der Region wird zukunftsfähig.” so positioniert sich Straßen.NRW. zum Ausbau der A45 mit neuen Brücken und mehr Spuren für die Sauerlandlinie im Flyer zum riesigen Modernisierungsprojekt in unserer Nähe.
Wir sind im Männerkreis schon des öfteren durch Herrn Dipl.Ing. Horst Bremer über Themen zum Verkehr insbesondere der Autobahnen in kurzweiligen Referaten aufgeschlaut worden. Letzten Freitag konnten wir nun das Highlight erleben in der Ingenieurskunst an Hand der Autobahnbrücke, die zunächst verstärkt bzw. ertüchtigt, dann im Ersatzbau den Verkehr in der Bauphase der neuen Brücke den Verkehr temporär aufnehmen muss – an dieser Stelle befinden wir uns gerade – und als Schlussphase wird der jetzt vom Verkehr befahrene Teil als Fahrbahn nach Frankfurt an die besichtigte Fahrbahn Richtung Dortmund herangeschoben.

Nachdem wir dies alles schon mal durch Herrn Bremer in der Vorbereitung am letzten Männerkreis gehört hatten, fuhren wir jetzt in Fahrgemeinschaften von Lüdenscheid, Schalksmühle und Heedfeld zum Baubüro ins Lennetal.
Hier erwartete uns Herr Dipl.Ing. Neumann der als Projektleiter für den Neubau mehrerer Großbrücken im Zuge der A45–Erneuerung verantwortlich ist, um uns in die aktuellen Erkenntnisse und Faktenlage einzuweisen.

Natürlich wurden viele Fragen gestellt – auch zu Brücken auf unserem Gemeindegebiet – und Herr Neuman konnte diese ganz unaufgeregt, kompetent und mit hohem Sachverstand glaubwürdig auch bei schwierigen Nachfragen sicher beantworten.
Hierzu gehört es natürlich den Eingriff in die Natur, die Kosten und die Belastung der Anwohner und benachbarten Bürger in verständlichen Worten darzustellen. Es wurde deutlich, dass in der Planungs– und Ausführungsphase die Öffentlichkeitsarbeit das „A” und „O” zur Akzeptanz in der Bevölkerung bedeutet und dass es Menschen wie Herrn Neumann zu verdanken ist, dass die unvermeidlichen Belastungen verständlich und dadurch erträglicher werden.

Alle betonen und sind sich einig,dass der Neubau aller Brücken eine Notwendigkeit ist, der Tatsache geschuldet dass der Verkehr sich von der Planungsphase der heutigen Autobahn vor mehr als 50 Jahren – es wird vom Jahre 1957 als Anfang der Planungen gesprochen – bis heute in nicht vorhersehbarer Weise in Tonnage und Dichte erhöht hat.

Nach dieser Einführung wurde es praktisch, indem wir auf der Baustelle uns einen persönlichen Eindruck machen konnten, oder sollte man eher vom Staunen sprechen.

Sehen die roten Querstreben im Vorbeifahren auf der Autobahnbrücke wie Streichhölzer aus, ist der Eindruck aus der Nähe gewaltig. Wir konnten auch in die vorgefertigten Brückenkästen schauen – und wer sich traute – einen Schritt hinein wagen und die ungeahnten Dimensionen erleben. Ein Hausflur oder Wohnzimmer erscheint „mini” dagegen. Der Eindruck ähnelt da eher einem Flur in einer Schule in seinem Querschnitt obwohl der Eindruck hinkt, da die Brücke ja fast 1.000 Meter lang ist und die Aussteifungen wie Pfeiler oder Schotten bei einem U–Boot in das Innere hinein ragen. Auch die V–Form ähnliche Ausprägung wirkt nochmals ganz anders als beim Vorbeifahren oder gewohnter RäMumlichkeiten.

Vielleicht wirkt es verharmlosend, wenn die Bauleute von Blechen sprechen, die die Wände darstellen denn sie sind schließlich aus 7 cm Stahl hergestellt. Mancher Doppel–T–-Träger wirkt wie Spielzeug dagegen. Aktiv konnten wir den Vorschub der Brücke und das Zusammenbauen nicht mehr beobachten, da der Bau bereits zu weit fortgeschritten ist. Der Vorschub von 6 m/h ist allerdings zu langsam für unser Auge, so ist erst im Zeitraffer bzw. der Animation zu bestaunen, was hier in Wirklichkeit geleistet wird, erläutert uns der Experte. Gleiches wird wohl der Fall sein, wenn die heutige befahrene Fahrbahn über 12 m zur Seite in die endgültige Position verschoben wird, auch wenn dazu wahrscheinlich nur ein Tag benötigt wird, wenn alles „glatt” läuft, wie der Projektleiter prognostiziert.

Alles „glatt” ist wohl das richtige Stichwort. Vieles ist minuziös zu planen, so etwa die lichte Höhe der Brücken auf den Transportwegen der industriell vorgefertigten Brückenkästen, die deshalb noch nicht die auf den Trägern vorstehenden Verankerungen der Fahrbahn tragen, obgleich schon alle Tricks – wie absenken der Transporter usw. – ausgenutzt werden. Glatt muss es auch sein, wenn die Brückenkäste im Vorschub aus der Fertigungshalle, der Vorschubkeller genannt wird, über die Pfeiler auf ihre Position gezogen wird.

Aber es gibt da nicht nur mehrere Zugseile sondern auch Bremsseile und Teflonplatten über die die Kästen verschweißt zur Brücke als Gleitlage gezogen werden müssen. Teflon ist vielen ja von den gleichnamig beschichteten Pfannen bekannt und es fühlt sich tatsächlich glatt an.
Alles ist etwas größer dimensioniert als man sich das vorstellt und daher für den Normalsterblichen sehr sehr beeindruckend.

Wir danken den Herren Bremer und Neumann, dass sie uns dieses Staunen ermöglicht haben und die gemeinsame Fahrt mit den ADAC Ortsclubs die so reibungslos geklappt hat.

Über einen Schlenker ins nahegelegene Restaurant, in dem wir unsere frischen Eindrücke nahtlos austauschen konnten, ging es um einige Erfahrungen reicher fröhlich nach Hause.



Thomas Schulze-Ardey